Warum mache ich all das hier eigentlich?

Warum mache ich all das hier eigentlich? | Juniper & Moon

 

Warum mache ich all das hier eigentlich?

Und mit "all das" meine ich mein kleines Label mit aller Arbeit, die dahinter steckt: angefangen bei der sichtbaren Spitze des Eisbergs (also Website und instagram) bis hin zu all dem, was unsichtbar unter der Oberfläche liegt, wie Recherche, Kontakte zu Herstellern, Buchhaltung, Qualitätskontrolle, Versand, Fortbildung und und und.

Es gibt Tage, da formuliere ich die Frage im Stil von: "Warum mache ich den ganzen Scheiß hier überhaupt?" Das sind die nicht ganz so dollen Tage, wie du dir sicher denken kannst. Aber die Mehrheit der Tage klingt eher so: "Was ist mein Warum? Was treibt mich an? Was kann ich damit bewirken? Und warum mache ich es so und nicht anders?"

Ich liebe Kunst, und ich liebte vor der Gründung unseres Labels den Gedanken, (meine) Kunst mit nachhaltiger Fashion zu verbinden. Kunst ist für mich nicht nur etwas, das dekorativ im Rahmen über dem heimischen Sofa hängt, sondern auch etwas, das man heutzutage ganz wunderbar auf der Haut oder - wie bei uns eben - auf Textilien tragen kann.

Aber darin allein erschöpft sich ein Warum noch nicht. Da ist mehr. Das habe ich gemerkt, als ich mich auf die Suche danach machte. Und nicht nur herauszufinden versucht habe, was mir gefällt und was mir wichtig ist, sondern welche Rolle ich für mein Umfeld bisher eingenommen und in welcher Form ich Impact hinterlassen habe.

Es wurde klar: Ich war bisher stets für andere der Fels in der Brandung und die große Sicherheit - beruflich wie privat. Menschen kamen zu mir, vertrauten mir ihre Geschichten an und wenn sie Probleme hatten, die sie für unlösbar hielten, dann war ich ihre Anlaufstelle. Sie kamen, um mir zu sagen: "Alice, in zwei Stunden wird die Welt untergehen, ehrlich! Sie wird untergehen, wenn ich nicht XYZ mache, aber das kann ich nicht. Also ist alles zu Ende!" Um dann zu sehen wie ich lachte, mit den Schultern zuckte und antwortete: "Das ist ein Problem? Echt? Ach komm, das lösen wir in 30 min, dann hast du 1,5 Stunden gespart und kannst mich in dieser Zeit noch auf ein Eis einladen." (Dies ist natürlich die verkürzte, leicht humoristische Zusammenfassung; ich denke, das ist klar. ;) Die Menschen verließen sich auf meine Meinung oder Entscheidung, weil sie wussten, dass diese immer gewissenhaft durchdacht und abgewogen worden war, bevor sie ausgesprochen wurde.

Sicherheit zu vermitteln ist in meiner DNA. Das ist es, was ich geben und mit dem ich für andere etwas bewirken kann. Privat, als Arbeitnehmerin, als Kollegin, als Labelinhaberin.

Für Juniper & Moon bedeutet das ganz konkret, ehrlich zu kommunizieren und zu informieren. Ich will, dass auch du weißt, wie all die nervigen Marketing-Tricks wirken, denen wir täglich ausgesetzt sind. Damit du sie durchschaust und nicht darauf reinfällst. Und nicht zuletzt will ich, dass du dir sicher sein kannst, dass alles, was du bei uns kaufst, "sicher" ist, weil es den hohen Grundsätzen an faire Bezahlung, soziale Verantwortung und Umweltfreundlichkeit entspricht, die wir uns gesetzt haben. Für die Baumwolle deines Shirts wird kein Regenwald gerodet. An deinen Shirts haben keine Kinderhände genäht. Für die Farben deines Shirts wurde kein Grundwasser vergiftet. Wir packen keine leere Worthülsen wie "klimaneutral" in unsere Produktbeschreibung, wenn wir wissen, dass dies eine Lüge und nichts anderes als Greenwashing wäre. Und wir verschleudern nicht an 10 von 12 Monaten im Jahr Dauerrabatte, sondern kalkulieren verantwortungsvoll.

Nachhaltigkeit braucht gut informierte Konsument:innen. Ich wünsche mir, dass wenn du bei uns einkaufst, du es aus freien Stücken und mit einem guten Grund tust. Ich will es dir leichter machen, eine gute Entscheidung zu treffen. Hier und anderswo. Dafür recherchieren wir fortwährend, informieren uns regelmäßig, führen Gespräche mit den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten (möchten).

Ich weiß, dass wir niemals den Zustand der Perfektion erreichen werden, zumal unsere Ressourcen (verglichen mit jenen großer Konzerne) begrenzt sind. Es wird immer ein wenig Luft nach oben geben, es werden hier und da Kompromisse geschlossen werden müssen, um die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit/Machbarkeit zu schließen. Schlußendlich muss selbst bei der saubersten Produktion jedem klar sein, dass keine Produktion immer noch sauberer wäre. Immer. Bei allem.

Aber auch das zu wissen gehört zum Repertoire einer bewussten Konsumentin und eines bewussten Konsumenten. Und darauf kommt es uns an.


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