Deutscher Tierschutzbund: Dein Beitrag zu Straßentierprojekten

Deutscher Tierschutzbund: Dein Beitrag zu Straßentierprojekten | Juniper & Moon

"Die große Zahl an frei lebenden Hunden und Katzen ist in vielen südlichen und östlichen Ländern Europas ein Problem. Die örtlichen Behörden reagieren häufig darauf, indem sie tausende Tiere - oft grausam - töten. Das Problem lösen sie damit nicht, denn die Hunde und Katzen vermehren sich ständig weiter und ersetzen die getöteten Artgenossen in deren Revier.

Der Deutsche Tierschutzbund hat daher eine tiergerechte Lösung etabliert, um die große Zahl der Straßentiere nachhaltig zu reduzieren und ihr Leid dadurch zu verringern: Fangen, Kastrieren, Freilassen. Nach der medizinischen Versorgung und einer Erholungsphase dürfen die kastrierten Straßentiere wieder in ihr angestammtes Revier, das nur Futter und Raum für eine bestimmte Anzahl von Tieren einer Art bereithält. Nur so kann der Kreislauf der ständigen Vermehrung und sinnlosen Tötung der Straßentiere durchbrochen werden. Diese Lösung setzen wir bereits an zahllosen Standorten in Europa um.

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Odessa: Wie alles begann

Es ist mittlerweile 18 Jahre her, dass der am 4. Februar 2017 verstorbene Wolfgang Apel, damaliger Präsident und späterer Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, das erste Mal Odessa, die wichtigste Hafenstadt der Ukraine, besuchte. Wie in den meisten Ländern Süd- und Osteuropas lebten auch in Odessa zahlreiche freilebende Katzen und Hunde. Um die geschätzten 70.000 - 80.000 Straßenhunde (im Jahr 2000) zu verringern, sammelte ein städtischer Fangdienst diese damals regelmäßig ein und brachte sie in die sogenannte Budka, das "Todeshaus". Auch Besitzertiere wurden mitunter aufgegriffen und starben, wenn die Besitzer ihre Tiere nicht innerhalb von 5 Tagen freikauften, genauso wie alle anderen Hunde einen qualvollen Tod in der Budka. Bis zum Jahr 2001 wurden in Odessa auf diese Art und Weise jährlich um die 10.000 Straßenhunde getötet.

Um dieser furchtbaren Praxis ein Ende zu bereiten, erarbeitete der Deutsche Tierschutzbund in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Odessa eine tiergerechte und nachhaltige Lösung zur Regulation der stetig wachsenden Straßentierpopulation. Das Konzept Fangen, Kastrieren und Freilassen wurde zunächst in Provisorien so gut gut wie möglich umgesetzt, bis im Jahr 2005 mit der Inbetriebnahme des Tierschutzzentrums der Durchbruch gelang. 14 erfolgreiche Jahre später befindet sich unser Tierschutzzentrum mitten in einem Wandel zu erweiterten Tierschutzaufgaben.

Umbau des Katzenhauses

Da inzwischen deutlich mehr Katzen als noch vor einigen Jahren in unserem Zentrum behandelt werden, hatten wir in unserem letzten Bericht angekündigt, mehr Platz für die Katzen schaffen zu wollen. Für diesen Zweck entschieden wir ein ehemaliges Hundehaus in ein Katzenhaus umbauen zu lassen.

Der Umbau begann Mitte September und ist inzwischen abgeschlossen. Das Haus ist deutlich größer als das bestehende Katzenhaus und wird nach modernem Standard eingerichtet.

Kastrationsaktion 2018/2019

Im Winter 2018/2019 fand in Odessa die mittlerweile dritte Kastrationsaktion für Katzen statt. Mithilfe von Gutscheinen, die über teilnehmende Tierkliniken ausgegeben wurden, konnten Einwohner, die sich um frei lebende Katzen kümmern, ihre Schützlinge zum Tierarzt bringen und dort kostenlos kastrieren und impfen lassen. Anschließend wurden die Tiere von den Betreuern wieder in ihrem angestammten Revier freigelassen.

In diesem Jahr haben sich neun Tierkliniken beteiligt, in denen insgesamt 1.557 Katzen und 278 Kater kastriert wurden. Der deutsche Tierschutzbund hat diese Aktion mit 30.557 Euro finanziert.

Ausstattung mit modernem medizinischem Gerät

Nachdem wir im Herbst des vergangenen Jahres bereits ein neues Narkosegerät, ein digitales Röntgengerät, ein Pulsoxymeter (zur Überprüfung von Herzfrequenz, Sauerstoffversorgung und Atmung während der Narkose) sowie neue Osteosynthesegeräte angeschafft hatten, führten wir die Modernisierung des medizinischen Geräts auch in diesem Jahr weiter. Im Juli erwarben wir ein dringend benötigtes Ultraschallgerät, das sich seitdem im täglichen Einsatz befindet.

Darüber hinaus wurden neue Boxen angeschafft, die auf der Krankenstation zum Einsatz kommen. Es handelt sich um größere Sonderanfertigungen für Katzen, die eine längere Behandlung benötigen.

So helfen wir

Das Tierschutzzentrum Odessa ist ein Projekt des Deutschen Tierschutzbundes, was heißt, dass wir sämtliche Kosten alleine tragen. Wir freuen uns sehr, dass es uns dank unserer Projektpatinnen und -paten gelingt, einen Großteil der Kosten für das Zentrum über Beiträge zu finanzieren."

 

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V., Projektbericht 2019 "Auslandstierschutz" (gekürzte Fassung)


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